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Ungewöhnliche Schleusung endet in Untersuchungshaft

BAD REICHENHALL, LKR. BERCHTESGADENER LAND. In Untersuchungshaft befindet sich seit wenigen Tagen ein 37 Jahre alter Mann, der mit seinem Pkw eine vierköpfige Familie illegal über die Grenze nach Deutschland brachte.

Beamte der Polizeiinspektion Fahndung Traunstein („Schleierfahnder“) deckten am Mittwochabend, 19. April 2017, eine Schleusung der „besonderen Art“ auf. Sie kontrollierten auf der Autobahn A8 bei Neukirchen einen Pkw mit albanischer Zulassung, der in Richtung München unterwegs war. Nicht nur der angebrachte Fahrradständer an der Heckklappe, sondern auch die Insassen erregten das Interesse der Fahnder: Außer dem Fahrer befand sich noch ein albanisches Ehepaar mit zwei Kleinkindern, beide ordentlich in Kindersitzen gesichert, in dem Minivan. Der 37-jährige Fahrer, ebenfalls ein albanischer Staatsangehöriger, gab zu verstehen, er würde seine Bekannten zu einem zweitägigen Besuchsaufenthalt nach Belgien fahren. Die Familie war mit ihren E-Pässen zur visumsfreien Einreise berechtigt und konnte auch Bargeld in Höhe von ca. 1.000 Euro vorzeigen.

Weil die Polizisten aber feststellten, dass der 37-Jährige im Dezember 2016 schon einmal vermeintliche Touristen in Richtung Belgien befördert hatte, welche dann aber unter Missbrauch des sogenannten „Touristenprivilegs“ in Nordrhein-Westfalen Asylanträge gestellt hatten, ergaben sich erhebliche Zweifel am angegebenen Reisezweck. Bei einer genaueren Befragung der Mitreisenden gaben diese schließlich an, dass sie nach Frankreich wollten, um dort Asyl zu beantragen. Der Grund dafür sei die länger anhaltende Arbeitslosigkeit des Ehemannes in Albanien. Deshalb wurden sie an den 37-Jährigen vermittelt, dieser würde solche Fahrten durchführen.

Die weitere Sachbearbeitung wurde durch das Fachkommissariat K10 –Grenze - der Kripo Traunstein übernommen. Der 37-Jährige, der selbst schon einmal als Asylbewerber in Deutschland wohnhaft war, wurde wegen Einschleusens von Ausländern zur Anzeige gebracht. Sein Bargeld in Höhe von knapp 600 Euro, wohl der Schleuserlohn, wurde sichergestellt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ die Ermittlungsrichterin beim Amtsgericht Laufen einen Untersuchungshaftbefehl gegen den in Albanien wohnenden Mann. Er kam in eine Justizvollzugsanstalt.


Stefan Sonntag
Pressesprecher

Wirtschaftsverbund Rosenheim

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